Azubi Bundessieger Davood Nia Rashid mit Geschäftsführer Thomas Kliewe
Davood Nia Rashid kam 2022 aus dem Iran nach Deutschland – heute zählt er zu den besten Nachwuchshandwerkern des Landes. Nach einem Praktikum bei der Hamburger Kliewe GmbH entschied er sich für eine Ausbildung im Apparate- und Behälterbau, die er aufgrund seiner hervorragenden Leistungen sogar verkürzen konnte.
2025 wurde er bei den Deutschen Meisterschaften des Handwerks als bester Apparate- und Behälterbau-Geselle Deutschlands ausgezeichnet. Aktuell bereitet er sich auf seine Meisterprüfung vor.
Die Kliewe GmbH, Mitglied der Metall-Innung Hamburg, engagiert sich seit vielen Jahren intensiv für die Ausbildung junger Fachkräfte. Geschäftsführer Thomas Kliewe bringt die Unternehmensphilosophie auf den Punkt: „Es zählt nicht, wo du herkommst, sondern wo du hinwillst.“
Die Geschichte von Davood Nia Rashid zeigt eindrucksvoll, welches Potenzial in guter Ausbildung, persönlichem Einsatz und gezielter Förderung steckt – und warum das Handwerk eine starke Zukunft hat.
Einen ausführlichen Beitrag über Davood Nia Rashid finden Sie im Hamburger Abendblatt.
Dr. Claus-Christian Ehrhardt (Foto rechts) und Frank Schulz (Foto links) neuer stellvertretender Vorsitzender
Dr. Claus-Christian Ehrhardt ist auf der Mitgliederversammlung des Bauindustrieverbandes Hamburg Schleswig-Holstein zum neuen Vorstandsvorsitzenden gewählt worden. Der 55-jährige promovierte Bauingenieur und Geschäftsführer der Groth & Co. Bauunternehmung GmbH in Pinneberg folgt damit auf Olaf Demuth, der zehn Jahre lang an der Spitze des Vorstandes stand und zur Vorstandswahl jetzt nicht mehr antrat, weil er am 7. Mai in Berlin zum Präsidenten des Hauptverbandes der Deutschen Industrie gewählt wurde. Zum Stellvertretenden Vorsitzenden wählten die Mitgliedsunternehmen den Hamburger Frank Schulz, Geschäftsführer der Max Wiede GmbH in Hamburg-Allermöhe. Neu in den Vorstand gewählt wurde im Hafen-Klub Frank Thiesen, Vorstandsmitglied der Zech Bau SE. Außerdem ernannte die Mitgliederversammlung Olaf Demuth für sein außergewöhnliches Engagement in 19 Jahren Vorstandsarbeit zum Ehrenmitglied.
Der Hamburger Bautag 2026 bringt am 2. Juni Wissenschaft, Bauwirtschaft und Infrastrukturpolitik an der Technische Universität Hamburg zusammen. Unter dem Motto „Zukunftsperspektive Verkehrsinfrastruktur“ erwarten die Besucherinnen und Besucher spannende Fachvorträge, eine Preisverleihung für herausragende Absolventinnen und Absolventen sowie eine große Firmenkontaktmesse.
Zum Auftakt spricht Senator Anjes Tjarks über die Senatsstrategie zur Erneuerung der Hamburger Verkehrsinfrastruktur. Weitere Vorträge widmen sich der zukunftsfähigen Gestaltung von Stadtstraßen sowie der Erneuerung der Bahnbrücken über Norder- und Süderelbe.
Im Anschluss zeichnet die Stiftung der Hamburger Bauindustrie die besten Bachelor- und Master-Absolventinnen und -Absolventen aus. Ab 12 Uhr öffnet dann die Firmenkontaktmesse im Gebäude A der TUHH mit zahlreichen Unternehmen aus Bauwirtschaft, Infrastrukturplanung und Ingenieurwesen.
Der Hamburger Bautag findet am Dienstag, 2. Juni 2026, ab 9 Uhr auf dem Campus der TUHH in Hamburg-Harburg statt. Veranstalter sind das Institut für Verkehrsplanung und Logistik, der Fachschaftsrat Bau- und Umweltingenieurwesen der TUHH sowie der Bauindustrieverband Hamburg Schleswig-Holstein e. V.. Weitere Informationen gibt es unter www.tuhh.de/bautag/startseite.
In der WELT AM SONNTAG vom 17. Mai 2026 erschien ein Beitrag über die Haltung der Hamburger Bau- und Ausbauwirtschaft zu einer möglichen Hamburger Olympiabewerbung. Unter der Überschrift „Die ganze Republik baut für Hamburg“ wird beschrieben, wie Branchenvertreter die Spiele als Chance für einen langfristigen Modernisierungsschub bei Infrastruktur, Wohnungsbau und Stadtentwicklung sehen.
Im Mittelpunkt der Debatte steht die Frage, ob die Bauwirtschaft ein zusätzliches Mammutprogramm neben laufenden Projekten wie U5-Ausbau, Köhlbrandbrücke, Hauptbahnhof-Sanierung und Wohnungsbau überhaupt bewältigen kann. Michael Seitz, Vorsitzender des Vereins Hamburger Bau- und Ausbauwirtschaft e. V. zeigt sich überzeugt: Die Branche verfüge über ausreichende Kapazitäten, notfalls werde „die ganze Republik für Hamburg bauen“. Voraussetzung seien allerdings schnellere Genehmigungs- und Planungsverfahren sowie weniger bürokratische Hürden.
Auch Manja Biel, Geschäftsführerin des Bauindustrieverbandes Hamburg Schleswig-Holstein bewertet eine Olympiabewerbung als wirtschaftlichen Impuls für die gesamte Region. Neben Hamburg könne auch Kiel als Austragungsort der Segelwettbewerbe profitieren. Branchenvertreter betonen, dass die Bauwirtschaft an enge Zeitpläne gewöhnt sei – entscheidend seien jedoch verlässliche politische Rahmenbedingungen und eine enge Zusammenarbeit zwischen Verwaltung und Unternehmen.
Positiv äußert sich ebenfalls die norddeutsche Wohnungs- und Immobilienwirtschaft. Sie verbindet mit Olympia die Hoffnung auf beschleunigte Planungsprozesse, zusätzliche Fördermittel und neue Quartiersentwicklungen. Gleichzeitig wird davor gewarnt, dass eine attraktivere Stadt nicht automatisch sozial gerechter werde. Bezahlbarer Wohnraum, leistungsfähiger Nahverkehr sowie soziale Infrastruktur müssten integraler Bestandteil möglicher Olympia-Projekte sein.
Lars Rückert (Mitte) mit Winfried Gelse (rechts). Foto: NordHandwerk/Meyer-Lüttge)
Der Fachkräftemangel beschäftigt das gesamte Handwerk. Die Arnold Rückert GmbH zeigt, dass ein Teil der Lösung oft schon im eigenen Betrieb zu finden ist: erfahrene ältere Beschäftigte, die ihr Wissen, ihre Verlässlichkeit und ihre Kundenorientierung täglich einbringen.
Ein Beispiel dafür ist Winfried Gelse. Der heute 77-jährige Kundendiensttechniker arbeitet noch immer drei Tage pro Woche für das Hamburger SHK-Unternehmen – nicht aus finanzieller Notwendigkeit, sondern aus Freude an seinem Beruf. „Ich habe immer gern gearbeitet“, sagt der gelernte Elektrotechniker, der seit fast elf Jahren Teil des Rückert-Teams ist.
Für die Geschäftsführer Lars Rückert und Andreas Schuhmann war die Einstellung des damals 66-Jährigen selbstverständlich. Entscheidend seien Qualifikation, Erfahrung und Persönlichkeit – nicht das Alter. Gerade im Kundendienst profitiere das Unternehmen von Gelses jahrzehntelanger Erfahrung im Umgang mit Kunden sowie seiner breiten technischen Expertise von klassischen Öl- und Gasheizungen bis zu modernen Wärmepumpen.
Die Arnold Rückert GmbH gehört zu den großen und traditionsreichen Hamburger Unternehmen der Heizungs-, Lüftungs- und Sanitärtechnik. Rund 100 Mitarbeitende und 22 Auszubildende arbeiten heute für den 1974 gegründeten Betrieb. Neben einem starken Ausbildungsengagement setzt das Unternehmen bewusst darauf, Fachkräfte langfristig zu halten und älteren Beschäftigten offen zu begegnen.
Angesichts des demografischen Wandels wird das Thema für das Handwerk immer wichtiger: In Deutschland ist inzwischen fast jeder vierte Erwerbstätige 55 Jahre oder älter. Rückert setzt deshalb auf Gesundheitsprävention, technische Unterstützung im Arbeitsalltag und vor allem auf eine Unternehmenskultur, die Wertschätzung und Zusammenhalt in den Mittelpunkt stellt.
Der Beitrag zeigt eindrucksvoll, welches Potenzial ältere Fachkräfte für die Fachkräftesicherung besitzen – und wie Handwerksbetriebe davon profitieren können, Erfahrung im Unternehmen zu halten.
Der vollständige Artikel erschien in der Ausgabe 05/2026 des Magazins NordHandwerk.