Podiumsdiskussion der HBAW: Wie gelingt kostengünstiger Wohnungsbau mit dem Hamburg-Standard?

Moderator Peter Kleffmann mit Senatorin Karen Pein, Olaf Demuth, Snezana Michaelis, Dr. Ralf Bosse und Karen Loosen (Foto: Fjord Media)

Am 11. November 2025 lud die Hamburger Bau- und Ausbauwirtschaft (HBAW) zur Podiumsdiskussion „Kostengünstiger Wohnungsbau mit dem Hamburg-Standard?“ ein. Nach der Begrüßung durch Michael Seitz, Vorsitzender der HBAW, eröffnete Bausenatorin Karen Pein die Veranstaltung mit einer Impulsrede.

Unter der Moderation von Peter Kleffmann aus der Wirtschaftsredaktion des NDR entwickelte sich anschließend eine lebhafte Diskussion mit den rund 150 Gästen. Die Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Planung tauschten sich engagiert über die Herausforderungen und Chancen eines bezahlbaren und zugleich qualitätsvollen Wohnungsbaus in Hamburg aus.

Die Mitglieder der HBAW mit den Diskutanten

Teilnehmer im Panel waren

·      Senatorin Karen Pein, Präses der Behörde für Stadtentwicklung und Wohnen

·      Olaf Demuth, Vorsitzender des Bauindustrieverbandes Hamburg Schleswig-Holstein e.V.

·      Snezana Michaelis, Vorständin der SAGA Unternehmensgruppe

·      Dr. Rolf Bosse, Vorsitzender des Mietervereins zu Hamburg

·      Karin Loosen, Präsidentin der Hamburgischen Architektenkammer

Nachfolgend Zitate der Diskutanten: 

Senatorin Karen Pein:
„Mit dem Hamburg-Standard haben wir aufgezeigt, wie wir die Neubaukosten um ein Drittel senken können, um so den dringend benötigten Wohnraum zu schaffen. Dies war nur möglich, weil alle Akteurinnen und Akteure der Wohnungs- und Bauwirtschaft ihre ganze Expertise im Schulterschluss eingebracht, Bewährtes hinterfragt und gemeinsame Lösungsvorschläge erarbeitet haben. Jetzt gilt es, dieses entstandene Wissen und das neue Verständnis der Baukultur auch umzusetzen. Hierfür setze ich mich ein.“

Senatorin Karen Pein hielt eine Impulsrede (Fotos: Fjord Media)

Olaf Demuth:
„Der Hamburg-Standard wird erst dann zum Standard, wenn die Hamburger Landesförderrichtlinien das erarbeitete Optimierungspotenzial als Bedingung für die Förderung des Wohnungsbaus aufnehmen. Damit setzt der Senat ein Zeichen an alle Beteiligten, dass es Fördergelder nur dann gibt, wenn die erarbeiteten Voraussetzungen für die Schaffung von kostengünstigem Wohnungsbau angewandt werden.“

Snezana Michaelis:
Der Hamburg Standard beleuchtet meines Erachtens erstmalig in dieser Breite den Einfluss unterschiedlichster Faktoren auf die Entstehung und Entwicklung der Baukosten. Dabei gliedert er sich in drei zentrale Säulen – Baustandards, Prozesse und Planung sowie Verfahren.  Er holt damit alle Stakeholder mit ins Boot und schafft eine gemeinsame Basis. Der Umgang mit knappen Ressourcen, nicht nur im Hinblick auf verwendete Baustoffe, verpflichtet alle am Bau Beteiligten, sich mit der Frage intensiv auseinanderzusetzen, welcher Standard unter Nachhaltigkeitsgesichtspunkten – ökonomisch, ökologisch und sozial – angemessen ist und, weil die Diskussion kein Selbstzweck ist, wie wir damit schneller und kostengünstiger an das Ziel von mehr Wohnraum in Hamburg gelangen.

Dr. Rolf Bosse:
„Der Hamburg-Standard hat das Zeug zum Gamechanger im Wohnungsbau. Nicht nur werden dadurch die Stückzahlen, die Hamburg und seine Mieterinnen und Mieter brauchen, steigen. Wir erwarten auch ein signifikantes Absinken der Neuvermietungsmieten. Das muss durch alle Beteiligten sichergestellt werden.“

Karin Loosen:
„In intensiver Zusammenarbeit haben wir gemeinsam den Hamburg-Standard entwickelt, der zahlreiche Instrumente für die Realisierung kostengünstigen Wohnungsbaus bietet. Nun kommt es darauf an, sie auch rasch und zielgerichtet anzuwenden. Für uns Architektinnen und Architekten ist es wichtig, dass kostenreduziertes Bauen immer auch qualitätvolles, nachhaltiges und dauerhaftes Bauen bedeutet. Und klar ist auch: Der Hamburg-Standard wird nur ein Erfolg, wenn Planende, Bauherrinnen und Bauherren, Bauwirtschaft und Verwaltung lösungsorientiert und vertrauensvoll zusammenarbeiten.“

Es wurden viele Fragen aus dem Plenum gestellt.
Video der HBAW Podiumsdiskussion