22. Hoffest der Bau-Innung: Bauwirtschaft und Politik im Dialog

Jan Beutel, Michael Seitz, Senator Dr. Anjes Tjarks, Thomas Sander, Björn Söllner

Mehr als 100 Gäste aus Bauwirtschaft, Politik und Verwaltung kamen am 4. September 2026 zum 22. Hoffest der Bau-Innung Hamburg und des Norddeutschen Baugewerbeverbandes e. V. in Hamburg-Winterhude. Ehrengast war Hamburgs Senator für Verkehr und Mobilitätswende, Dr. Anjes Tjarks. Im Mittelpunkt der Gespräche stand das neue „Bündnis für den Tiefbau“ und die Frage, wie Infrastrukturprojekte in Hamburg künftig schneller und effizienter umgesetzt werden können.

Dipl.-Ing. Thomas Sander, Obermeister der Bau-Innung Hamburg und Vorsitzender des Norddeutschen Baugewerbeverbandes, begrüßte die Gäste auf dem Hof der Geschäftsstelle in den Briese Studios. In seinem Grußwort griff er auch die jüngste öffentliche Diskussion über Verzögerungen auf Hamburger Straßenbaustellen auf.

Die Hamburger Bauwirtschaft teile ausdrücklich das Ziel, Infrastruktur schneller zu bauen, sogenannte „Geisterbaustellen“ zu vermeiden und Verkehrsbeeinträchtigungen möglichst gering zu halten. Angesichts des erheblichen Nachholbedarfs bei der Infrastruktur sei in den kommenden Jahren allerdings eher mit mehr Baustellen und damit zunächst auch mit zusätzlichen Einschränkungen im Verkehr zu rechnen.

Das von Senator Tjarks initiierte „Bündnis für den Tiefbau“ begrüße die Bauwirtschaft deshalb ausdrücklich. Viele Mitgliedsunternehmen der Bau-Innung seien im Straßen- und Tiefbau tätig und arbeiteten überwiegend für öffentliche Auftraggeber. „Wenn dieser mehr, schneller und besser bauen will, dann liegt das genau in unserem Interesse“, betonte Sander.

Eine wichtige Voraussetzung dafür sei eine möglichst gleichmäßige Verteilung der öffentlichen Aufträge über das gesamte Jahr. Dadurch könnten die Unternehmen ihre personellen und technischen Kapazitäten besser einsetzen, Bauvorhaben wirtschaftlich und zügig umsetzen und zugleich Leerlaufzeiten oder Kurzarbeit vermeiden.

Handlungsbedarf sieht die Bauwirtschaft darüber hinaus beim Abbau bürokratischer Hindernisse und bei der Vereinfachung von Verfahren. Gemeinsam mit der Verkehrsbehörde sollen deshalb konkrete Probleme identifiziert und praktikable Lösungen entwickelt werden. Bereits vor der nächsten Sitzung des Bündnisses will die Bauwirtschaft Vorschläge für Themen vorlegen, die anschließend in Arbeitsgruppen vertieft werden können.

Verkehrssenator Dr. Anjes Tjarks griff diese Punkte in seinem anschließenden Grußwort auf. Er verwies unter anderem auf die geplante Änderung des Hamburger Wegegesetzes und weitere Schritte zur Entbürokratisierung. Zugleich rief er die Unternehmen des Straßen- und Tiefbaus und die Mitglieder des Norddeutschen Baugewerbeverbandes dazu auf, ihre Erfahrungen aus der Praxis, konkrete Probleme und eigene Lösungsvorschläge aktiv in das Bündnis einzubringen.

Die nächste Veranstaltung der Behörde für Verkehr und Mobilitätswende zum „Bündnis für den Tiefbau“ findet am 19. November 2026 statt. Dabei sollen der Stand der Strategieumsetzung und Beispiele guter Praxis vorgestellt werden. In Arbeitssessions werden zudem bereits identifizierte Herausforderungen vertieft und gemeinsam mögliche Lösungsansätze erarbeitet.

Zum Abschluss des offiziellen Teils dankte Thomas Sander den Sponsoren, die das Hoffest auch in diesem Jahr unterstützt und ermöglicht hatten.

Bei Bier, Wein und Gegrilltem setzten die mehr als 100 Gäste aus Mitgliedsunternehmen, Politik, Wirtschaft und Verwaltung den Austausch auf dem Hof der Briese Studios bis in den Nachmittag hinein in entspannter Atmosphäre fort.